Chronik des TSV Nordschwansen-Karby

Unser Verein ist im Jahre 1920 mit der einzigen Sparte „Turnen“ und ca. 50 Mitgliedern gegründet worden. 1. Vorsitzender war Nikolaus Marten; er führte den Verein bis 1929.

Von 1929 bis 1934 wechselte der Vorsitz oft; von 1929 bis 1930 ist noch ein Lehrer Stoltenberg als Vorsitzender vermerkt. Während der Zeit bis 1934 nutzte der Verein Räume im Gasthaus Lutzhöft, weil es keine eigenen gab.

Von 1934 bis 1947 ruhte die Vereinstätigkeit.

Im Jahre 1948 erlebte der Verein unter dem Vorsitzenden Hans Ehlers eine Neueröffnung. Jetzt hatte sich auch der sportliche Schwerpunkt geändert, die Hauptsparte war Fußball. Wieder folgte von 1950 bis 1956 eine sehr variable Zeit der Vereinsgeschichte: während des Zeitraumes von nur 6 Jahren hatte der Verein verschiedene Vorsitzende und kommissarische Vorsitzende. Es waren Gustav Selk, Paul zur Horst, Thomas Reiner, Paul Germann, Achim Schmitz und Kurt Scheidemann. Wieder durfte der Verein Räume und den Saal im Gasthaus Nüser nutzen; jetzt gab es die Sparten Fußball, Handball, Turnen.

In den Jahren 1957 und 1958 kam die Vereinstätigkeit wieder zum Erliegen.

Es war ein Glücksumstand, dass der Karbyer Bürger und Tierarzt Dr. Georg Hell mit einigen engagierten Bürgern den Verein wieder aufleben ließ. Vor allem hatten sich diese Bürger unter der Führung Dr. Hells zum Ziel gesetzt, ziellos herumstreunende Jugendgruppen, genannt „Kürbisbande“, die sich des Alkohols bedienten und die Bürger der Gemeinde in Angst und Schrecken versetzten, zu vernünftigen Aktivitäten zu bringen, wobei der Sportverein exakt die richtige Gruppierung war.

Unter Dr. Hells Leitung ging es mit dem Verein ständig aufwärts: So wurde der Sportplatz gebaut, der Bau des Jugendheimes fiel in diese Zeit, und im Verbund mit dem Schulverband entstand die Turnhalle. Insgesamt führte Dr. Hell den Verein 25 Jahre.

Aber auch der Elan der Aktivsten erlahmt mit der Zahl der Jahre, und so übergab Dr. Hell die Führung des Vereins im Jahre 1984 an Dieter Speit. Wegen beruflicher Anforderungen sah sich D. Speit bereits 1987 zu Abgabe des Vorsitzes gezwungen. 1987 wurde Hans-Werner Pohl zum Vorsitzenden des Vereines gewählt. Unter seiner Führung wurden ebenfalls einige Akzente gesetzt: alle Plakate und Drucksachen in grün-weiß, um dem Verein ein Gesicht zu geben; der „Tanz in den Mai“ wurde wieder belebt, und es wurden auch Ehrungen ausgesprochen.

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Weitere bedeutende Neuerungen fanden ihren Ausdruck in einem meist international besetzten Jugendturnier, das jeweils über Himmelfahrt ausgespielt wurde. Dieses Turnier entwickelte sich so gut, dass es insgesamt 17 Jahre von 1989 bis 2004 stattfand.

In die Amtszeit des Vorsitzenden Pohl gehören auch so wichtige Ereignisse wie der Bau des B-Platzes, der Bau einer Rufanlage für beide Plätze, der Bau des Holzhauses, so dass der Umbau im Jugendheim möglich wurde.

Vor allem aber ist zu nennen der Aufbau neuer Jugendabteilungen im Fußball: es gab jetzt eine F-, E-, D-, C-, B-Jugend; das Mutter-Kind-Turnen, das Kinderturnen und eine Karategruppe entstanden zusätzlich. Durch diese neue Sparten konnten auch viele Mitglieder gewonnen werden.

Ein weiterer, sehr bedeutsamer Coup gelang mit der Eingliederung der Wandersparte im Jahr 1987. Dadurch besaß der Verein zwei Großveranstaltungen, die ihm Ansehen und Bekanntheit bescherten und, last but not least, auch Geld in die Kasse brachten.

1995 konnte der Verein sein 75. Jahr des Bestehens feiern. Dieses Jubiläum war ein wirklicher Höhepunkt, wozu auch noch das Jugendturnier „Ostseepokal“ und die internationalen Wandertage beitrugen. Damit errang der Verein großes Ansehen weit über die Dorfgrenzen hinaus und konnte sich ein wirklich gutes Image aufbauen.

Mittlerweile haben sich die Bedingungen für ein erfolgreiches Führen eines Vereines erheblich verändert. Es war schon immer ein Problem für den TSV, dass er sich durch zwei große Vereine, TSV Kappeln auf der einen Seite und VfL Damp auf der anderen Seite, in die Zange genommen fühlte und die Vereinsführung mit einer Fahrt zwischen Scylla und Carybdis zu vergleichen ist. Aber mit einigem Stolz kann festgestellt werden, dass diese gefährliche Passage endgültig bewältigt werden konnte.

Dass sich Sparten neu gründen und auch auflösen, zeitweilig stärker oder schwächer werden, ist in einem langen Vereinsleben völlig normal, es muss allerdings immer wieder darauf geachtet werden, dass neue Akzente gesetzt werden: Dann ist auch ein weiteres, erfolgreiches Bestehen des TSV Nordschwansen-Karby kein Wunschtraum, sondern wie die Gegenwart zeigt, durchaus Realität.

In der jüngsten Vergangenheit und auch noch gegenwärtig sind sich lang hinziehende Verhandlungen mit der Gemeinde Karby in Gange um die Übereignung des Sportheims mit dem dazugehörenden Grundstück. Die Langwierigkeit der Verhandlungen ergab sich, weil die Grundstücke der Gemeinde, des Schulverbandes, der Kirche und des Vereines überhaupt nicht vermessen waren. Jetzt sind die Verhandlungen in der Endphase und, wenn alle Beteiligten an einem Strang ziehen, könnte ein neues Sportheim entstehen. Die Pläne dafür sind fertig.

Aufgezeichnet von Ihrem

Hans-Werner Pohl

 

 

Fortsetzung der Chronik ab dem Jahr 2007

Auf der Jahreshauptversammlung im April 2007 hat der langjährige erste Vorsitzende, Hans Werner Pohl, sich nicht mehr zur Wiederwahl gestellt.

20 Jahre hatte Hans Werner Pohl die Geschicke des TSV Nordschwansen Karby gelenkt. Zu seinem letzten Erfolg gehört die Genehmigung zum Umbau des Sportheimes in Karby.

Hans Werner Pohl hat mit seinen Vorstandskollegen, in langwierigen Verhandlungen, mit der Gemeinde Karby und dem Amt Schwansen, maßgeblich zu diesem Erfolg beigetragen.

Auf der Jahreshauptversammlung im April 2007 wurde Roger Behrens zum 1.Vorsitzenden des TSV Nordschwansen Karby gewählt. Dreizehn Jahre hatte er als 2.Vorsitzender im Verein mitgewirkt, ehe er die Vereinsführung von Pohl übernommen hat, der bei dieser Amtsübergabe zum Ehrenvorsitzenden ernannt wurde.

Am 27.05.2007 wurde das neue Sportheim des TSV Nordschwansen Karby feierlich eingeweiht. In seiner Eröffnungsrede sprach der neue 1. Vorsitzende, Roger Behrens, von einem Traum, der in Erfüllung gegangen ist. Ein Traum für den Sportverein und seine Mitglieder.

Der TSV Karby hat vom Schulverband das Grundstück erworben, und das alte Sportheim der Gemeinde Karby abgekauft. In vielen Arbeitseinheiten haben die heute ca. 450 Mitglieder zum erfolgreichen Gelingen beigetragen.

Im August 2007 hat der TSV Nordschwansen Karby seine Sportstätten um ein Volleyball - Außen - Spielfeld erweitert. In Zusammenarbeit von Kassenwart Peter Jammers und der Gemeinde Karby konnte für die stark angewachsene Volleyball Abteilung ein neuer Spielort für die Freiluftsaison geschaffen werden.

Seit zwei Jahren hat sich die Fußball - Jugendabteilung des TSV Karby mit dem VFL Damp - Vogelsang zu einer Spielgemeinschaft verbunden, eine Partnerschaft, die sich bereits heute auszahlt.

Von der D - bis zur A - Jugend kämpfen die Mannschaften gemeinsam um Punkte und Tore, vermehrt mit großem Erfolg. Auf jeden Fall eine Partnerschaft mit Zukunft.

Insbesondere die Jugendarbeit wird vom TSV Karby sehr ernst genommen, die Jugendobleute Birgit u. Andreas Winkelmann sind auch bei den kleinsten Akteuren schon um eine gute Ausbildung bemüht.

Mit großer Freude hat deshalb der TSV Nordschwansen Karby die Vergabe eines Kleinspielfeldes vom DFB zur Kenntnis genommen. Insbesondere Peter Jammers und Peter Kühlke von der Hamburger Sportjugend in Schönhagen, haben sich für dieses gemeinsame Projekt engagiert.

Insgesamt betrachtet ist der TSV Nordschwansen Karby auf einem guten Weg, und für die Zukunft gerüstet.

Der Verein hat sich in einer schwierigen und schnelllebigen Zeit in Schwansen und dem Kreisgebiet Rendsburg Eckernförde etabliert.

Roger Behrens